Allergieprävention von Anfang an
Viele Eltern fragen: „Kann ich etwas tun, damit mein Kind keine Allergie bekommt?“ – Ja.
Entscheidend ist, dass das Immunsystem Gelegenheit hat in der natürlichen Umgebung zu reifen.
Normale Alltagskeime, eine ausgewogene Ernährung und auch Impfungen helfen dabei.
Training der natürlichen Immunität
Das Immunsystem braucht Training. Übertriebene Sauberkeit verhindert die notwendige Auseinandersetzung mit harmlosen Keimen. Normale Sauberkeit reicht völlig.
Ernährung: Vielfalt von Anfang an
- Stillen in den ersten 4–6 Monaten unterstützt den Schutz.
- Beikost zwischen dem 5. und 7. Monat einführen, wenn das Baby reif wirkt.
- Ei (durcherhitzt), Fisch, Milchprodukte in kleinen Mengen sind erlaubt – wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Menge.
- Erdnussprodukte nur nach ärztlicher Rücksprache bei Risikokindern.
(AWMF-Leitlinienregister Allergieprävention)
Impfungen – Training für die Abwehr
Impfungen sind kein „Belastungstest“, sondern ein kontrolliertes Training für das Immunsystem. Sie lehren den Körper, gezielt zu reagieren – und stärken gleichzeitig die allgemeine Abwehrkraft. Studien zeigen, dass geimpfte Kinder nicht häufiger, sondern seltener Allergien entwickeln (AWMF / STIKO-Empfehlungen).
Haustiere
Hundehaltung ist erlaubt, Katzen bei Risikofamilien möglichst nicht neu anschaffen.
Frische Luft
Regelmäßig lüften. Rauchfrei in Schwangerschaft und Kindheit (ist einer der stärksten Präventionsmaßnahmen)
Keine übertriebene Hygiene!
- Kein Sagrotan & Co. – normale Reinigung mit Wasser und Spielmittel genügt.
- Säulenflaschen reinigen, nicht sterilisieren.
- Trinkwasser in Deutschland sollte in der Regel nicht abgekocht werden.
- Hände waschen genügt – Desinfektionsmittel sind unnötig.
Merke: Das Immunsystem lernt im Alltag – nicht in einer keimfreien Umgebung.
Fazit für Eltern
Natürliche Toleranzentwicklung
Die meisten Babys vertragen die frühe, vielfältige Beikost gut. Gelegentliche, milde Reaktionen (z. B. kurzer Ausschlag um den Mund, weicher Stuhl) sind häufig vorübergehend und keine Allergie.
Vielfalt und Gelassenheit – so lernt das Immunsystem Toleranz.
Wann zum Kinderarzt
… bei wiederholten Reaktionen auf eingeführte Lebensmittel: Hautausschläge aller Art, blutig-schleimige Stühle oder Gedeihstörung.
Sofort in die Klinik/zum Kinderarzt bei Atemnot, ausgeprägter Schwellung an Lippen/Zunge, anhaltendem Erbrechen oder Kreislaufproblemen – insbesondere innerhalb von 2 Stunden nach dem Essen.
Besondere Vorsicht
… bei Einführung von Kuhmilchprodukten, Ei, Erdnuss.
Wichtig, der Stillstart: in den ersten Tagen keine routinemäßige Formula-Zufütterung, wenn Stillen gewünscht ist.