Impfreaktionen – was Sie wissen sollten

Liebe Eltern,

aus den Erfahrungen mit Impfungen aus den  vergangenen 30 Jahren möchte ich Ihnen hier gerne erläutern, welche Reaktionen nach einer Impfung möglich sind, worauf Sie achten sollten und wie Sie selbst aktiv werden können. Damit Sie sich sicher fühlen – und wissen: Sie sind nicht allein, wir sind hier für Sie da.

Warum treten überhaupt Impfreaktionen auf?

Eine Impfung zielt darauf ab, das Immunsystem Ihres Kindes zu aktivieren – also die körpereigene Abwehr zu trainieren, damit sie später eine Krankheit wirkungsvoll abwehrt. Dabei kann es vorübergehend zu Reaktionen kommen – das ist meist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem arbeitet und sich aufbaut.

Häufige, normale Reaktionen

In den ersten ein bis drei Tagen nach der Impfung kann Folgendes auftreten:

An der Einstichstelle:
Rötung, Schwellung, Druckgefühl oder leichte Schmerzen. Manchmal entsteht eine kleine tastbare Verhärtung, die sich nach wenigen Tagen von selbst zurückbildet.

Allgemeine Reaktionen:
Leichtes Fieber, Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen, Frösteln oder Magen-Darm-Beschwerden. Diese Symptome zeigen, dass die Abwehr aktiviert wurde und sind in aller Regel harmlos und vorübergehend.

Definitionen zur Häufigkeit

Damit Sie die Begriffe besser einordnen können:

  • sehr häufig: 1 Fall pro 10 Impfungen
  • häufig: 1 Fall pro 10 – 100 Impfungen
  • gelegentlich: 1 Fall pro 100 – 1 000 Impfungen
  • selten: 1 Fall pro 1 000 – 10 000 Impfungen
  • sehr selten: 1 Fall pro mehr als 10 000 Impfungen

Diese Klassifikation zeigt, wie oft bestimmte Nebenwirkungen auftreten können – die allermeisten sind also ausgesprochen selten.

Seltenere und sehr seltene Komplikationen

Auch wenn sie kaum vorkommen, sollen Sie darüber informiert sein.

Gelegentlich:
Knötchenartige Verhärtungen (Granulome) oder Schwellungen an der Impfstelle, länger anhaltende Unruhe oder Fieber über 39,5 °C. Bei entsprechender Veranlagung kann es in Einzelfällen zu Fieberkrämpfen kommen.

Selten:
Verletzungen durch die Injektion, z. B. von Blutgefäßen oder Nerven; bleibende Folgen sind äußerst selten. Auch eitrige Abszesse an der Einstichstelle können vorkommen.

Sehr selten:
Schwere allergische Reaktionen (z. B. Atemnot, Kreislaufreaktion), Erkrankungen des Nervensystems, Nierenentzündungen oder Schübe bei Autoimmunerkrankungen.

Wichtig ist: Nicht jedes Symptom nach einer Impfung ist auch durch die Impfung verursacht – manchmal tritt es nur zufällig im gleichen Zeitraum auf.

Was Sie nach der Impfung beachten können

Bleiben Sie nach jeder Impfung noch etwa 30 Minuten in der Praxis oder in der Nähe – für den äußerst seltenen Fall einer sofortigen allergischen Reaktion. In den folgenden Tagen können Sie Ihr Kind einfach beobachten:

  • Leichte Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle sind normal. Kühlen hilft, z. B. mit einem feuchten Waschlappen.
  • Fieber bis etwa 39 °C ist eine normale Reaktion. Ihr Kind darf sich ausruhen, sollte aber ausreichend trinken.
  • Bei Bedarf kann nach Rücksprache ein altersgerechtes fiebersenkendes Mittel gegeben werden.
  • Ruhe, Nähe, Zuwendung und Schlaf fördern die Regeneration.

Wenn Sie unsicher sind oder die Reaktionen länger als drei Tage anhalten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf – telefonisch oder über den Praxischat.

Fazit

Impfungen gehören zu den sichersten und wirksamsten medizinischen Vorsorgemaßnahmen überhaupt. Die meisten Reaktionen sind mild und klingen rasch wieder ab. Ihr aufmerksames Beobachten, ruhiges Begleiten und Ihre Rückmeldung an uns tragen entscheidend dazu bei, dass wir Ihr Kind optimal betreuen können.

Wenn Sie Fragen haben oder etwas unklar ist – wir sind da, in der Sprechstunde oder im Praxischat.