Stillberatung

Stillerfahrungen - Einige Tipps

Stillen ist Ernährung, Nähe und Sicherheit in einem. Für die meisten Babys ist Muttermilch der natürliche, gesunde Start – und für Mütter ein inniges Erlebnis. Ihr Körper reagiert instinktiv: Der Saugreiz Ihres Babys setzt Oxytocin frei und unterstützt den Milcheinschuss

Startschwierigkeiten sind normal und gut lösbar.

Wichtig am Anfang: Zeit, Ruhe, Druck rausnehmen
Stress und Sorgen hemmen die Milchbildung.

Stillstart: Milch aufbauen, Babys Signale lesen

  • Früh beginnen:
    möglichst in der ersten Stunde nach der Geburt anlegen, viel Haut-zu-Haut.
  • Häufig anlegen statt Uhrzeiten: 8–12 Stillmahlzeiten/24 h anfangs normal.
    In der ersten Woche keine langen Pausen – schläfrige Neugeborene sanft wecken.
    Clusterfeeding (sehr häufiges Trinken, v. a. abends) ist typisch und trainiert die Milchbildung.
  • Zufüttern (?)
    Wenn Stillen gewünscht ist, kein routinemäßiges Zufüttern in den ersten Tagen. Nur bei medizinischer Indikation. 

Eingewöhnung

• Viel Hautkontakt, häufig anlegen, Seiten wechseln
• In der ersten Woche keine langen Stillabstände
Händewaschen genügt – keine besondere Brusthygiene nötig
• Früh Hilfe holen bei Schmerzen/Zweifeln (Hebamme, Stillberatung, Praxis)

Ab der 2. Woche: Tagesstruktur & Rhythmus finden

Jetzt darf der Alltag vorhersehbarer werden – ohne starre Zeiten.

  • Sanfter 3-Stunden Rhythmus: Stillen → Wachzeit mit Nähe u. Spielen → Schlaf.
  • Selbstregulation fördern: Ist Ihr Baby satt, trocken und müde, Chance zum Selbst-Zur-Ruhe-Finden geben – das beugt Regulationsstörungen (Schreien, Schlaf-/Fütterprobleme) vor.
  • Tag–Nacht unterscheiden: am Tag soll es hell sein, mit Aktivitäten, abends Licht und Aktivitäten runterdimmen . Dabei möglichst gleichbleibende Rituale einführen.

Ein 3–4-Stunden-Rhythmus stellt sich häufig nach einigen Wochen von selbst ein. 
Merke: Nicht jede Unruhe ist Hunger – manchmal braucht das Baby Trost & Regulation, nicht automatisch die Brust.

Wenn es holpert:
Fragen zu Hohl- oder Flachwarzen, verzögertem Milcheinschuss, Milchstau, Brustentzündungen und zur richtigen Stillposition besprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Hebamme, einer IBCLC-Stillberaterin oder dem Frauenarzt. In Fragen zum gesunden Gedeihen des Kindes, einer freien Atmung beim Trinken, dem richtigen Aufstoßen, Nahrungsunverträglichkeiten, etc. stehen wir Kinder- und Jugendärzte mit Rat und Tat zur Verfügung.

Empfehlung zur Stilldauer: 4–6 Monate ausschließlich stillen, dann Beikost unter dem Schutz der Muttermilch und Weiterstillen, solange es zu Ihnen passt. 

Stillberatung in Augsburg und im Internet

Hebammen & IBCLC im Raum Augsburg (Auswahl):

  • Angela Schubert (IBCLC) – Einzelberatung, Wochenbett/Stillzeit
  • Lina Offinger (IBCLC) – Stillberatung/Hausbesuche
  • Babyglück – Hebammenpraxis Augsburg – zeitnahe Stillberatung (GKV)
  • Storchenhaus Augsburg – Stillberatung & Kurse

    Hinweis: Zeiten/Angebote können sich ändern – bitte kurz auf den jeweiligen Seiten prüfen. Wir helfen gern in Sprechstunde und Praxischat.
     
  • Gesund ins Leben: nationale Handlungsempfehlungen für die Stillzeit
  • BZgA: kindergesundheit: Stillstart & Schlaf/Regulation
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: Häufigkeit, Wecken in den ersten Wochen

Fazit für Eltern

Selbstregulation
Die meisten Babys finden nach den ersten 10 Tagen von selbst in eine gute Still- und Tagesstruktur. Häufiges Anlegen, Nähe und kleine Rituale reichen in der Regel aus, damit sich Stillen und Schlaf stabil einpendeln.

Zum Kinderarzt / zur Stillberatung, wenn

  • anhaltende Schmerzen beim Stillen auftreten
  • Ihr Baby deutlich schläfrig trinkt
  • zu selten nasse Windeln hat, nicht an Gewicht zulegt
  • oder wenn Sie sich unsicher fühlen

Je früher wir unterstützen, desto einfacher ist meist die Lösung

Besondere Vorsicht

Frühgeborene, ausgeprägte Saug-/Anlegeschwierigkeiten oder starke elterliche Erschöpfung brauchen engmaschige Unterstützung, durch Ärzte und durch qualifizierte Stillberatung. So vermeiden Sie frühzeitig, dass sich Regulationsstörungen (viel Schreien, Schlaf-/Fütterprobleme) verfestigen.