Fieber – grippaler Infekt oder echte Grippe?

Bei Kindern ist Fieber besonders häufig Ausdruck eines grippalen Virusinfekts – also einer gewöhnlichen Erkältung ohne besondere Organbeteiligung. Ein grippaler Infekt ist häufig, verläuft meist mild und heilt ohne Folgen.  Dabei ist Fieber kein Feind, sondern meist ein Zeichen dafür, dass der Körper aktiv gegen Erreger kämpft. So verlaufen diese „banalen" Infekte oft harmlos, selbstlimitierend und trainieren das Immunsystem.

Doch manchmal steckt hinter den Symptomen eine echte Virusgrippe (Influenza) – eine ernste Erkrankung, die plötzlich beginnt, hohes Fieber verursacht und den ganzen Körper belastet.

Und seit der Corona-Pandemie wissen wir, dass auch SARS-CoV-2 ähnliche Symptome hervorrufen kann – mit ganz unterschiedlichem Verlauf, je nach Alter und Abwehrlage des Kindes   …

Saisonaler grippaler Infekt („Erkältung“)

Der häufigste Fieberauslöser im Kindesalter

Ein „grippaler Infekt“ ist die ärztliche Bezeichnung für eine Erkältung – meist verursacht durch harmlose, aber ansteckende Viren (z. B. Rhinoviren, Adenoviren, RS-Viren, Parainfluenza- oder Coronaviren).
Er kann mit Fieber, Husten, Schnupfen, Hals- oder Kopfschmerzen beginnen und dauert typischerweise 5–10 Tage.

Da Kinder pro Jahr bis zu acht bis zehn Infekte durchmachen, ist das wiederkehrende Fieber in der kalten Jahreszeit nichts Ungewöhnliches.
Gerade in den ersten Lebensjahren trainiert der Körper dadurch seine Immunabwehr – ein wichtiger Lernprozess.

Typische Zeichen eines grippalen Infekts

  • langsamer Beginn mit leichtem Krankheitsgefühl
  • mäßiges Fieber (meist 38–39 °C)
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Husten, Heiserkeit, manchmal Ohrenschmerzen
  • häufig begleitet von Appetitmangel, Mattigkeit, Schlafbedürfnis

Ein grippaler Infekt heilt von selbst aus. Antibiotika helfen hier nicht, da sie nur gegen Bakterien wirken.

Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn:

  • das Fieber über 3 Tage anhält,
  • Ihr Kind sehr matt oder verwirrt wirkt,
  • Trinkverweigerung, Atemnot oder Hautausschlag hinzukommen,
  • das Fieber über 40 °C steigt, oder
  • das Kind jünger als 3 Monate ist.

Die „echte Grippe“ (Influenza)

Grippeviren können sich innerhalb weniger Wochen weltweit ausbreiten und jährlich zu saisonalen Grippewellen (Epidemien) führen. Das Virus wird über feinste Tröpfchen in der Atemluft übertragen – beim Sprechen, Husten oder Niesen. Schon ein kurzer Kontakt reicht aus, um sich anzustecken.
Im Gegensatz zum gewöhnlichen Erkältungsinfekt beginnt die Influenza plötzlich und heftig – meist mit hohem Fieber, Schüttelfrost, starkem Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen.
Hier steckt das Influenzavirus dahinter, das direkt die Schleimhäute der Atemwege befällt und auch innere Organe belasten kann.

Typische Grippesymptome

Die Grippe beginnt plötzlich und heftig mit:

  • Hohes Fieber und starkes Krankheitsgefühl
  • Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen und trockener Husten
  • Lichtscheu, Augenbrennen, Bindehautreizung

Bei Kindern können zusätzlich Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten.
Säuglinge und Kleinkinder neigen häufiger zu Atemwegsinfekten, wie Krupphusten oder Bronchiolitis.

Unterschied zwischen grippalem Infekt und echter Grippe

MerkmalGrippaler Infekt („Erkältung“)Echte Grippe (Influenza)
Beginnschleichend, über 1–2 Tageplötzlich, innerhalb weniger Stunden
Fiebermäßig (bis 39 °C)hoch (bis 41 °C)
Krankheitsgefühlleicht bis mittelstark ausgeprägt
Husten, Schnupfenhäufigeher trocken, weniger Schnupfen
Dauer5–10 Tage1-2 Wochen, mit Nachwirkungen
Erregerviele harmlose AtemwegsvirenInfluenzavirus Typ A oder B
Impfung möglich?neinja, jährliche Grippeimpfung schützt

Verlauf und Komplikationen

Die meisten Kinder überstehen sowohl einen grippalen Infekt als auch eine echte Grippe ohne bleibende Folgen. Trotzdem sollten Sie aufmerksam bleiben.
Komplikationen sind:

  • Lungenentzündung (oft bakteriell überlagert)
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündung
  • selten: Entzündungen von Gehirn oder Rückenmark

Säuglinge und chronisch kranke Kinder gehören zu den Risikogruppen.

Behandlung und häusliche Pflege

  • Ruhe und Geborgenheit: das Immunsystem arbeitet im Schlaf am besten
  • Schleimlösung
  • Ausreichend trinken: Wasser, Tee, Brühe, Suppe
  • Leicht verdauliche Kost: Suppe, Apfelmus, Banane, Toast
  • Fiebersenkung: erst bei deutlichem Unwohlsein oder Temperaturen über 39 °C (nach ärztlicher Rücksprache)
  • Homöopathische oder pflanzliche Mittel können den Verlauf mildern – besonders wenn sie frühzeitig eingesetzt werden.

Wann zum Arzt?

Bei Fieber über drei Tage, anhaltender Mattigkeit, Atemnot oder ungewöhnlichen Symptomen. 

Besonders bei Säuglingen gilt: lieber einmal mehr anschauen lassen.

Selbsthilfe zuhause

  • Fieber ist eine aktive Abwehrleistung, keine Bedrohung.
  • Ihr Kind braucht vor allem Zuwendung, Ruhe und Flüssigkeit.
  • Durch gute Beobachtung, rechtzeitiges Handeln und liebevolle Pflege tragen Eltern entscheidend zur Genesung bei.
  • Eine jährliche Grippeschutzimpfung schützt besonders gefährdete Familienmitglieder und hilft, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.