Fieber – Begleitung mit Globuli

Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Zeichen dafür, dass sich der Körper aktiv mit einem Infekt auseinandersetzt. Gerade bei Kindern ist Fieber häufig und in den meisten Fällen Ausdruck einer funktionierenden Immunabwehr. Entscheidend ist nicht allein die gemessene Temperatur, sondern vor allem der Allgemeinzustand des Kindes.

Homöopathische Globuli können bei unkomplizierten Fieberverläufen begleitend eingesetzt werden, um die Selbstregulation zu unterstützen. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Abklärung, insbesondere bei hohem, anhaltendem oder schlecht toleriertem Fieber.

Grundsätze der homöopathischen Begleitung 

Die Auswahl eines homöopathischen Mittels richtet sich nicht primär nach der Höhe des Fiebers, sondern nach dem gesamten Beschwerdebild: Beginn und Verlauf des Fiebers, Verhalten des Kindes, Hautfarbe, Durst, Unruhe oder Erschöpfung. Es wird stets nur ein Mittel ausgewählt, das dem beobachteten Zustand möglichst genau entspricht.

Bewährte Globuli bei Fieber

  • Aconitum napellus
    Bewährt bei plötzlich einsetzendem hohem Fieber, oft nach Kälteeinwirkung oder Schreck. Typisch sind starke Unruhe, Angst, trockene Hitze, heißer Kopf und ausgeprägter Durst.
  • Belladonna
    Bewährt bei rasch ansteigendem Fieber mit hochrotem Gesicht. Typisch sind heiße, trockene Haut, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Unruhe, oft ohne Durst.
  • Ferrum phosphoricum
    Bewährt bei beginnendem oder noch unklarem Fieber. Typisch sind mäßige Temperaturerhöhung, wechselnde Gesichtsfarbe, insgesamt noch relativ guter Allgemeinzustand.
  • Gelsemium sempervirens
    Bewährt bei langsam ansteigendem Fieber mit ausgeprägter Müdigkeit. Typisch sind Schweregefühl, Zittern, Mattigkeit, wenig Durst und ein eher apathischer Eindruck.
  • Pulsatilla pratensis
    Bewährt bei wellenförmigem Fieber im Rahmen von Erkältungen. Typisch sind anhängliches, weinerliches Verhalten, rascher Stimmungswechsel und fehlender Durst.
  • Rhus toxicodendron
    Bewährt bei fieberhaften Infekten mit innerer Unruhe. Typisch sind Gliederschmerzen, Bewegungsdrang, nächtliche Verschlechterung und gelegentlich Hautreaktionen.
  • Arsenicum album
    Bewährt bei fieberhaften Zuständen mit deutlicher Erschöpfung. Typisch sind große Unruhe, Angst, Frieren trotz Fieber und häufiger Durst in kleinen Schlucken.
  • Apis mellifica
    Bewährt bei Fieber mit deutlicher Schwellungsneigung. Typisch sind gerötete, gespannte Haut, stechende Schmerzen, Hitzegefühl und geringe Trinklust.

Dosierung
Bei akuten Fieberzuständen werden meist tiefe Potenzen (z. B. C6) häufiger gegeben, anfangs auch stündlich. Mittlere Potenzen (C12) kommen ein- bis dreimal täglich zum Einsatz. Hochpotenzen (C30 oder höher) werden in der Regel nur einmalig verabreicht. Sobald eine Besserung eintritt, sollte die Gabe reduziert oder pausiert werden.

Sicherheit geht vor

Homöopathische Maßnahmen dürfen eine notwendige ärztliche Behandlung nicht verzögern. Bei sehr hohem Fieber, deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands, Trinkverweigerung, starken Schmerzen, Atemproblemen, Nackensteife oder Unsicherheit gilt: bitte umgehend kinderärztlich abklären.

Merke:
Fieber beobachten, Kind begleiten, Warnzeichen ernst nehmen – und rechtzeitig ärztlichen Rat einholen.