Homöopathie bei Magen- / Darminfekten

Magen-Darm-Infekte verlaufen im Kindesalter meist selbstlimitierend, sind für Kinder – und Eltern – aber sehr belastend. Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Schonung und einer altersgerechten Ernährung können homöopathische Arzneien im Rahmen einer ganzheitlichen Behandlung unterstützend eingesetzt werden. 

Bewährte homöopathische Arzneien

  • Ipecacuanha
    bewährt bei: anhaltendem, teils unstillbarem Erbrechen
    typisch: starke Übelkeit ohne echte Erleichterung nach dem Erbrechen, kaum Durst, Zunge auffallend ohne Belag
    Hinweis: besonders bei kleinen Kindern mit Erbrechen ohne Durchfall hilfreich
  • Tartarus emeticus
    bewährt bei: heftigem Erbrechen mit Schleimbildung
    typisch: ausgeprägte Schwäche, rasselnde Atmung, zäher Schleim, Erbrechen ohne Kraft
    Hinweis: Kind wirkt matt und „erschöpft krank“
  • Nux vomica
    bewährt bei: Magen-Darm-Beschwerden nach zu reichlicher, ungewohnter oder „schwerer“ Mahlzeit
    typisch: morgendliche Übelkeit, drückende Magenschmerzen, Erbrechen, deutliche Reizbarkeit, Ungeduld, gelblich belegte Zunge
    Hinweis: klassisches Mittel bei „Magenverstimmung“
  • Arsenicum album
    bewährt bei: Erbrechen und Durchfall mit zunehmender Schwäche
    typisch: wässrige Durchfälle, brennende Bauchschmerzen, großes Krankheitsgefühl, Kind wirkt ängstlich und erschöpft, Durst – trinkt aber nur kleine Schlucke
    Hinweis: Eltern berichten häufig über große Unruhe und Sorge des Kindes
  • Veratrum album
    bewährt bei: sehr heftigem Magen-Darm-Infekt
    typisch: massiver wässriger Durchfall, starkes Erbrechen, kalter Schweiß, Blässe, rascher Kräfteverfall
    Hinweis: ernst zu nehmen – ärztliche Mitbeurteilung wichtig
  • Okoubaka
    bewährt bei: Durchfall und Bauchkrämpfen nach verdorbenen oder ungewohnten Speisen
    typisch: „Vergiftungsgefühl“, Bauchschmerzen, wässrige Stühle
    Hinweis: mildere Formen einer Nahrungsmittelvergiftung
  • Podophyllum
    bewährt bei: Sommerdurchfällen
    typisch: wässrig-spritzender, übelriechender Durchfall, oft morgens, Bauchschmerzen und deutliche Erschöpfung
    auch bei: Durchfall im Rahmen der Zahnung (Dentitio)
  • Chamomilla
    bewährt bei: Zahnungsdurchfällen im Säuglingsalter
    typisch: säuerlich riechender Stuhl, Bauchkoliken, heftiges Schreien, extreme Reizbarkeit
    Hinweis: Kind verlangt Nähe, ist aber kaum zu beruhigen

Was Eltern tun können

  • ausreichend Flüssigkeit anbieten, bevorzugt kleine, häufige Schlucke
  • leichte Kost, Stillen darf fortgesetzt werden
  • Wärme (z. B. Wärmflasche) bei Bauchkrämpfen
  • Ruhe, Nähe und Sicherheit geben – das entlastet auch den Darm

 

Wichtig

Homöopathie ersetzt keine ärztliche Abklärung bei:

  • sehr jungen Säuglingen
  • anhaltendem Erbrechen oder Durchfall
  • Fieber, Teilnahmslosigkeit, Austrocknungszeichen
  • Blut im Stuhl oder Erbrochenem

Diese Fälle bitte frühzeitig ärztlich vorstellen – wir beraten Sie gerne in der Sprechstunde oder im Praxischat.