Schlafstörungen im Kindesalter

Schlafstörungen sind im Säuglings-, Baby- und Kleinkindesalter häufig und in vielen Fällen Teil einer normalen Entwicklung. Der Tag-/Nacht-Rhythmus reift erst über Monate, Leichtschlafphasen mit Unruhe sind physiologisch, und viele Kinder brauchen in dieser Zeit Nähe, Schutz und Orientierung. Im Schlaf verarbeitet das kindliche Gehirn Erlebnisse des Tages, innere Spannungen und – je nach Alter – Trennungsängste. Ziel jeder Behandlung ist daher zunächst, Ursachen zu erkennen, Sicherheit zu geben und die Selbstberuhigung schrittweise zu fördern.

Homöopathie kann hierbei begleitend sinnvoll sein – eingebettet in eine ganzheitliche Betrachtung des Kindes.

Bewährte homöopathische Arzneien

  • Arsenicum album
    bewährt bei: nächtlicher Angst und innerer Unruhe
    typisch: ängstliches, gereiztes Kind, Furcht vor dem Zubettgehen, Schlafstörungen v. a. zwischen Mitternacht und 3:00 Uhr, Albträume, Zähneknirschen, starkes Bedürfnis nach Nähe der Eltern
  • Coffea
    bewährt bei: Übererregung trotz Müdigkeit
    typisch: Kind kommt nicht zur Ruhe, Gedanken „laufen weiter“, Mischung aus Übermüdung und Munterkeit, Einschlafen stark verzögert
  • Cypripedium pubescens
    bewährt bei: anhaltender Tag-/Nacht-Rhythmusstörung
    typisch: Kind macht die Nacht zum Tag, möchte nachts spielen, singen oder aktiv sein
  • Nux vomica
    bewährt bei: innerer Anspannung und Reizbarkeit
    typisch: zornige, leicht reizbare Kinder, Weinen oder Sprechen im Schlaf, Erwachen häufig zwischen 2:00 und 4:00 Uhr, Träume von Streit, Schule oder Ärger
  • Pulsatilla
    bewährt bei: Einschlafschwierigkeiten mit starkem Nähebedürfnis
    typisch: spätes Einschlafen, langes Ausschlafen morgens, anhängliche, gefühlvolle Kinder, Trennungsängste beim Zubettgehen, Weinen oder Sprechen im Schlaf
  • Sulfur
    bewährt bei: geringem Schlafbedürfnis
    typisch: lebhafte, durchsetzungsfähige „Nachtmenschen“, abends sehr munter, häufiges Erwachen nach Mitternacht, Hitzegefühl, deckt sich ab, v. a. an den Füßen
  • Valeriana
    bewährt bei: leichter Weckbarkeit
    typisch: unruhiger Schlaf, starke Geräuschempfindlichkeit, frühes Erwachen in den Morgenstunden
  • Zincum
    bewährt bei: motorischer Unruhe
    typisch: Einschlafzuckungen, Kopfrollen, plötzliches Auffahren aus dem Schlaf, Unruhe der Füße, Zähneknirschen

Hinweis

Diese Auswahl stellt nur einen Ausschnitt bewährter Arzneien dar. Je nach Beschwerdebild kommen auch weitere Mittel infrage, u. a. Aconitum, Belladonna, Bryonia, Calcium carbonicum, Chamomilla, Hyoscyamus, Jalapa, Kalium carbonicum, Lycopodium, Magnesium carbonicum, Phosphorus, Staphisagria, Stramonium, Syphillinum u. a.

Homöopathie ist bei Schlafstörungen nur im Rahmen einer ganzheitlichen Gesamtbehandlung sinnvoll. Vor einer Gabe sollten Auslöser wie Überreizung, ungünstige Schlafrituale, Entwicklungsphasen oder familiäre Belastungen gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten besprochen werden. Die Auswahl des Mittels richtet sich stets nach der Gesamtheit der Symptome und der Konstitution des Kindes.