Verletzungen und Wundbehandlung
Homöopathische Begleitung im Kindesalter
Kinder verletzen sich – beim Spielen, Toben, Lernen. Die meisten Verletzungen sind harmlos, dennoch brauchen sie klare Erste-Hilfe-Maßnahmen, Zuwendung und – bei entsprechender Erfahrung – eine gezielte homöopathische Begleitung. Wichtig ist immer: zuerst sachgerechte Wundversorgung, dann ergänzende Therapie.
Der Schreck nach dem Unfall
Ein Sturz oder eine Verletzung ist für Kinder oft genauso seelisch belastend wie körperlich.
- Aconitum napellus
bewährt bei: akutem Schockzustand
typisch: untröstliches Schreien, starke Unruhe, Angst, Herzklopfen unmittelbar nach dem Unfall
Wundversorgung – das gehört immer dazu
- Wunde vorsichtig reinigen, z. B. mit steriler isotoner NaCl-Lösung
- Desinfektion, z. B. mit Chlorhexidin
- je nach Größe sterile Abdeckung oder Pflaster
Eine homöopathische Begleitung kann sinnvoll ergänzen.
Homöopathische Arzneien bei Wunden
- Calendula
bewährt bei: Schürfwunden und Schleimhautverletzungen
typisch: wundschmerzlindernd, fördert eine saubere Wundheilung - Hamamelis
bewährt bei: schmerzhaften, dunkelrot blutenden Wunden und Blutergüssen
typisch: venöse Blutungen, Druck- und Spannungsgefühl - Hypericum
bewährt bei: stark schmerzenden Wunden an empfindlichen Körperstellen
typisch: Verletzungen mit Nervenbeteiligung, stechender oder einschießender Schmerz - Staphisagria
bewährt bei: Schnittwunden
typisch: glatte, scharf begrenzte Verletzungen, auch nach ärztlicher Naht - Apis mellifica
bewährt bei: Nadel-, Dornen- oder leichten Bissverletzungen
typisch: Rötung, Schwellung und stechender Schmerz - Silicea
bewährt bei: oberflächlichen Splittern
typisch: fördert das „Austreiben“ von Fremdkörpern - Arnica montana
bewährt bei: frischen Hämatomen und stumpfen Traumata
typisch: Schwellung, Druckschmerz, Prellungen
Wundinfektionen – ärztlich abklären
Wundinfektionen gehören immer in fachärztliche Behandlung. Homöopathische Arzneien können begleitend eingesetzt werden:
- Hepar sulfuris bei gelblich-rahmigem Eiter
- Lachesis bei blau-lividen Wundverfärbungen
- Mercurius solubilis bei übelriechenden, nässenden Infektionen
Zerrungen, Verstauchungen, Sportverletzungen
- Arnica
Erstmittel bei Muskelzerrungen, Verstauchungen und Überlastung
anfangs ggf. stündliche Gabe - Rhus toxicodendron
bewährt bei: Schmerzen, die sich durch Bewegung und Wärme bessern - Bryonia alba
bewährt bei: stechenden Schmerzen schon bei kleinster Bewegung
typisch: deutliche Bewegungsscheu - Ledum
bewährt bei: rötlich geschwollenen Gelenken
typisch: Kältegefühl, Besserung durch kalte Umschläge - Ruta graveolens
bewährt bei: Sportverletzungen mit klar lokalisierbaren Gelenk- oder Knochenschmerzen
Blutungen
- Phosphorus
bewährt bei: hellroten, frischen Blutungen
typisch: Nasenbluten - Calendula
bewährt bei: Zahnfleisch- oder Schleimhautblutungen - Hamamelis und Lachesis
bewährt bei: dunklen, venösen Blutungen
Bei akutem Nasenbluten können Phosphorus und Hamamelis abwechselnd und in kurzer Folge gegeben werden – immer zusätzlich zu den üblichen Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Merke
Homöopathie ersetzt keine sachgerechte Wundversorgung oder ärztliche Behandlung bei ernsthaften Verletzungen. Richtig eingesetzt kann sie jedoch Schmerzen lindern, Heilungsprozesse unterstützen und Kindern helfen, ein Verletzungserlebnis körperlich wie seelisch besser zu verarbeiten.